Dieses Jahr
März & April 2012: Osterfestspiele Salzburg
Nach mehr als zehn Jahren der Abstinenz der Konzertvereinigung bei den Salzburger Osterfestspielen gestattet es der Spielplan der Wiener Staatsoper endlich wieder, dass der Chor zu Ostern in Salzburg mitwirken kannn.
Georges Bizet • CARMEN
Inszenierung: Aletta Collins / Carmen: Magdalena Kožená / Don Josè: Jonas Kaufmann / Escamillo: Kostas Smoriginas / Micaëla: Genia Kühmeier / Dirigent: Sir Simon Rattle / Berliner Philharmoniker / Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
31. März und 9. April, Großes Festspielhaus Salzburg
Carmen ist eine der meistgespielten Opern der Welt. Diente dem Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy Prosper Merimées Novelle als Basis, so wurde die Oper ihrerseits zum Vorbild zahlreicher Adaptionen, vom Tanztheater bis zum Film.
Für Aletta Collins, die Carmen für die Osterfestspiele Salzburg 2012 inszeniert, stellt diese Popularität eine besondere Herausforderung dar. „Die Menschen lieben diese Oper. Jedermann kennt sie, jedermann sind die Melodien vertraut. Man muss sehr darauf achten, Carmen nicht als Aneinanderreihung einzelner Nummern auf die Bühne zu bringen oder die Geschichte sich selbst zu überlassen. Dadurch würde man Gefahr laufen, diese aus den Augen zu verlieren.
Es gilt, einen frischen Zugang zu dieser Geschichte zu finden und das Drama herauszuarbeiten, das mit dieser wundervollen Musik erzählt wird.“ Und es gilt die Geschichte Carmens (Magdalena Kožená) und ihrer Liebe zu Don José (Jonas Kaufmann), dessen sie später überdrüssig wird und der sie zuletzt ermordet, weil sie in dem Torero Escamillo eine neue Liebe findet, frisch und schlüssig zu erzählen.
Dabei verzichtet die Regisseurin auf jede vordergründige Aktualisierung, verlegt die Handlung allerdings in die Zeit des Spanischen Bürgerkriegs, weil ihr die gesellschaftliche Dynamik dieser Epoche nützlich erscheint, um den Kern des Dramas herauszuarbeiten. „Für Carmens Selbstverständnis ist es wichtig, ,Zigeunerin‘, also eine Außenseiterin, zu sein. Der Bürgerkrieg bewirkt, dass alte Ordnungen zerstört werden und neue erst aufgebaut werden müssen, wodurch Freiräume entstehen, die von Außenseitern wie Carmen für ihre Zwecke genützt werden.“ (Aletta Collins)
Juni 2012: Gurrelieder im Wiener Musikverein
Arnold Schönberg • GURRELIEDER
Die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien feiert 2012 ihren 200. Geburtstag. Zugleich ist der Musikverein auch wieder Austragungsort der Festwochenkonzerte. Entsprechend steht der voluminöse Konzertreigen ganz im Zeichen der langen Geschichte und bedeutenden Werke der Vereinigung.
Einen großen Aufwand bringen Arnold Schönbergs "Gurrelieder" am 2. Juni mit sich, 1913 im Musikverein uraufgeführt: Neben den Philharmonikern unter Zubin Mehta sind neben der Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor zwei weitere Chöre im Einsatz, zahlreiche Solisten und Thomas Quasthoff als Sprecher.
Juli & August 2012: Salzburger Festspiele
Wolfgang A. Mozart • DIE ZAUBERFLÖTE
Eine deutsche Oper in zwei Aufzügen KV 620 Text von Emanuel Schikaneder
Neuinszenierung In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Nikolaus Harnoncourt, Musikalische Leitung / Jens-Daniel Herzog, Regie / Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung
Georg Zeppenfeld, Sarastro / Bernard Richter, Tamino / Mandy Fredrich, Königin der Nacht / Julia Kleiter, Pamina, ihre Tochter / Sandra Trattnigg, Erste Dame / Anja Schlosser, Zweite Dame / Wiebke Lehmkuhl, Dritte Dame / Tölzer Knaben, Drei Knaben / Markus Werba, Papageno / Elisabeth Schwarz, Ein altes Weib (Papagena) / Rudolf Schasching, Monostatos, ein Mohr / Lucian Krasznec, Erster Geharnischter/Erster Priester / Martin Gantner, Sprecher/Zweiter Priester / Andreas Hörl, Zweiter Geharnischter / Concentus Musicus Wien / Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
27. und 30. Juli, 2., 4., 6., 11., 13., 17. und 19. August 2012 in der Felsenreitschule
Mozarts wohl bekannteste Oper, Die Zauberflöte, die der Komponist mit seinem kongenialen Partner Emanuel Schikaneder 1791 schuf, eröffnet den Reigen an Opern-Neuinszenierungen der Salzburger Festspiele 2012 – und somit die Intendanz von Alexander Pereira, der Nikolaus Harnoncourt dafür gewinnen konnte, die Mozart-Produktion auf historischen Instrumenten zu erarbeiten. „Es ist nicht nur für Salzburg, sondern auch für Nikolaus Harnoncourt das erste Mal, dass er mit der ganzen Erfahrung eines Lebens dieses Werk in dieser Klangwelt mit dem Concentus Musicus Wien zu Gehör bringen wird, und ich bin ihm für dieses Geschenk unendlich dankbar“, freut sich Pereira. Gezeigt wird die Neuproduktion in der Felsenreitschule, womit Die Zauberflöte an den magischen wie traditionellen Ort zurückkehrt, in dem das Werk lange beheimatet war.
Für die Inszenierung zeichnet Jens-Daniel Herzog gemeinsam mit seinem langjährigen Bühnenbildpartner Mathis Neidhardt verantwortlich. „In der Zauberflöte stehen sich zwei Welten gegenüber, die einander zugleich bedingen. Die eine: die Welt des Lichts und der Rationalität – die andere: die der Nacht, die Welt der Gefühle, der Phantasie, des Traums. Beide verkörpern Prinzipien, die in der menschlichen Evolutionsgeschichte in stetem Streit liegen, und noch ist nicht ausgemacht, ob es zu einem harmonischen Ausgleich kommen wird oder ob das eine Prinzip über das andere, selbst zum Preis des eigenen Untergangs, siegen wird. Von diesem Kampf erzählt die Oper und von zwei Paaren, die zwischen die Fronten dieser zwei Prinzipien geraten, sich bewähren müssen und ihren ganz eigenen Weg zu finden haben“, erläutert der Regisseur.
Giacomo Puccini • LA BOHÈME
Oper in vier Akten
Text von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Roman Scènes de la vie de bohème von Henri Murger (1822–1861)
Neuinszenierung In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Koproduktion mit dem Shanghai Grand Theatre
Daniele Gatti, Musikalische Leitung / Damiano Michieletto, Regie / Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung
Piotr Beczala, Rodolfo, ein Dichter / Anna Netrebko, Mimì / Massimo Cavalletti, Marcello, ein Maler / Nino Machaidze, Musetta / Alessio Arduini, Schaunard, ein Musiker / Carlo Colombara, Colline, ein Philosoph / Davide Fersini, Benoît, Hausherr / N.N., Alcindoro, Staatsrat / Wiener Philharmoniker / Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor Salzburger Festspiele Kinderchor

1., 4., 7., 10., 13., 15. und 18. August 2012 im Großen Festspielhaus
Eine der weltweit meistgespielten Opern, Giacomo Puccinis La bohème, wird 2012 zum ersten Mal eine glanzvolle Premiere – schon aufgrund der Starbesetzung unter Daniele Gatti – bei den Salzburger Festspiele erleben. „Mit der zweiten Opernpremiere der Wiener Philharmoniker möchte ich gewissermaßen einen Bannfluch brechen, der aus mir unverständlichen Gründen von den Salzburger Festspielen seit jeher über Giacomo Puccini verhängt ist. Seit der Gründung dieses Festivals gelangte außer einer Tosca- und einer Turandot-Produktion keines seiner Werke hier auf die Bühne“, erläutert Intendant Alexander Pereira.
Puccini und seine Librettisten setzten den Stoff von Henri Murger, der dem Leben der Pariser Künstler-Bohème im Fortsetzungsroman Scènes de la vie de bohème in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein Denkmal gesetzt hatte, musikalisch und dramaturgisch um. Doch: Eine Handlung im strengen Sinne existiert kaum. Wie im Film huschen Szenen, Bilder und Impressionen am Zuschauer vorbei. Schlaglichtartige Momentaufnahmen zeigen den Freundschaftsbund von vier jungen Individualisten in der Großstadt Paris: den schreibenden Rodolfo, den philosophierenden Colline, den malenden Marcello und den der Musik zugewandten Schaunard.
In diese Künstleridylle führt Rodolfo die fragile Mimì, die allerdings nicht für das Leben der Bohemiens gemacht zu sein scheint … Für den italienischen Regisseur Damiano Michieletto geht es in erster Linie darum, eine zeitgemäße Form für die Geschichte zu finden und das Lebensgefühl junger Menschen von heute einzufangen, die für ihre Leidenschaften einstehen, ihren Visionen nachgehen und es wagen, nach neuen Wegen in der Kunst zu suchen – mögen sie darin auch grandios scheitern.
Georges Bizet • CARMEN
Oper in drei Akten und vier Bildern
Text von Henri Meilhac (1831–1897) und Ludovic Halévy (1834–1809) nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée (1803–1870)
Neuinszenierung In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Koproduktion mit den Osterfestspielen Salzburg und dem Teatro Real, Madrid
Sir Simon Rattle, Musikalische Leitung / Aletta Collins, Regie und Choreografie / Simon Halsey, Choreinstudierung
Magdalena Kožená, Carmen, Zigeunerin / Jonas Kaufmann, Don José, Brigadier / Kostas Smoriginas, Escamillo, Stierkämpfer / Genia Kühmeier, Micaëla, Bauernmädchen / Christian van Horn, Zuniga, Leutnant / Andrè Schuen, Moralès, Sergeant / Christina Landshamer, Frasquita, Zigeunerin / Rachel Frenkel, Mercédès, Zigeunerin / Simone Del Savio, Le Dancaïre, Schmuggler / Jean-Paul Fouchécourt, Le Remendado, Schmuggler / Wiener Philharmoniker / Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
14., 17., 19. und 25. August 2012 im Großen Festspielhaus
Carmen ist eine der meistgespielten Opern der Welt. Diente dem Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy Prosper Merimées Novelle als Basis, so wurde die Oper ihrerseits zum Vorbild zahlreicher Adaptionen, vom Tanztheater bis zum Film.
Für Aletta Collins, die Carmen für die Osterfestspiele Salzburg 2012 inszeniert, stellt diese Popularität eine besondere Herausforderung dar. „Die Menschen lieben diese Oper. Jedermann kennt sie, jedermann sind die Melodien vertraut. Man muss sehr darauf achten, Carmen nicht als Aneinanderreihung einzelner Nummern auf die Bühne zu bringen oder die Geschichte sich selbst zu überlassen. Dadurch würde man Gefahr laufen, diese aus den Augen zu verlieren.
Es gilt, einen frischen Zugang zu dieser Geschichte zu finden und das Drama herauszuarbeiten, das mit dieser wundervollen Musik erzählt wird.“ Und es gilt die Geschichte Carmens (Magdalena Kožená) und ihrer Liebe zu Don José (Jonas Kaufmann), dessen sie später überdrüssig wird und der sie zuletzt ermordet, weil sie in dem Torero Escamillo eine neue Liebe findet, frisch und schlüssig zu erzählen.
Dabei verzichtet die Regisseurin auf jede vordergründige Aktualisierung, verlegt die Handlung allerdings in die Zeit des Spanischen Bürgerkriegs, weil ihr die gesellschaftliche Dynamik dieser Epoche nützlich erscheint, um den Kern des Dramas herauszuarbeiten. „Für Carmens Selbstverständnis ist es wichtig, ,Zigeunerin‘, also eine Außenseiterin, zu sein. Der Bürgerkrieg bewirkt, dass alte Ordnungen zerstört werden und neue erst aufgebaut werden müssen, wodurch Freiräume entstehen, die von Außenseitern wie Carmen für ihre Zwecke genützt werden.“ (Aletta Collins)
Igor Strwinsky • PSALMEN-SYMPHONIE
für Chor und Orchester
Valery Gergiev, Dirigent
Sergei Semishkur, Tenor
Wiener Philharmoniker
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
29. und 30. Juli 2012 im Großen Festspielhaus
Hector Berlioz • MESSE SOLENNELLE
Riccardo Muti, Dirigent
Julia Kleiter, Sopran
Saimir Pirgu, Tenor
Ildar Abdrazakov, Bass
Wiener Philharmoniker
Konzertvereinigung Wiener Staatsoper
15., 16. und 17. August 2012 im Großen Festspielhaus
Oktober 2012: Gastspiel in Japan
Nähere Details zu diesem Gastspiel der Wiener Staatsoper folgen in Kürze.
Personalien 2012:
Ernst Raffelsberger wird neuer Chorchef in Salzburg
Ernst Raffelsberger wurde 1961 in Oberösterreich geboren. Er studierte Musikpädagogik und Kirchenmusik an der Wiener Musikhochschule und anschliessend Chorleitung am Salzburger Mozarteum bei Prof. Walter Hagen-Groll.
Von 1983 bis 1986 war er Kapellmeister der Wiener Sängerknaben. In dieser Zeit leitete er das Ensemble in Wien und auf Tournéen durch Europa, Südafrika, Kanada und die USA.
Ab 1986 war Ernst Raffelsberger Chordirektor und Kapellmeister am Landestheater Salzburg (Mitwirkung bei der Salzburger Mozartwoche und den Salzburger Festspielen).
1989 wurde er von Donald Runnicles an das Theater in Freiburg/Breisgau berufen. In dieser Zeit dirigierte er im Rahmen der Münsterkonzerte u.a. Schuberts Es-Dur-Messe, Bernsteins Chichester Psalms und Poulencs Konzert für Orgel, Pauken und Streicher.
Am Opernhaus Zürich ist Ernst Raffelsberger seit Herbst 1993 als Chordirektor engagiert.
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